Ingwer

Heimat / Herkunft:
Der Ursprung liegt in den feuchtwarmen tropischen Regenwäldern Ostasiens. Vor über 3000 Jahren gelangte er nach Indien und wurde dort als Heil- und Gewürzpflanze kultiviert. Die heutigen Hauptanbaugebiete liegen an der Malabarküste in Indien, ferner in Bengalen und im Panjab, in Malaysia, Indonesien, China, Japan, Jamaica, Sierra Leone (Westafrika), Nigeria, Brasilien und in anderen Tropen- und Subtropengebieten. Nur etwa ein Drittel der Weltproduktion wird exportiert.
Beschreibung:
Von der schilfartigen und durchaus dekorativ aussehenden 1 ,50 m hohen Pflanze mit purpurnen bis violetten Blüten interessiert uns der Wurzelstock, das Rhizom, das uns das Gewürz liefert. Die sich horizontal ausbreitende Wurzel wird bis 50 cm lang, ist knollig verzweigt, ähnlich den Fingern einer Hand, außen bräunlich, innen gelblich und leicht faserig. Die einzelnen Glieder der Wurzel sind kurz etwas plattgedrückt. Die Inhaltsstoffe der Wurzel: 0,6 - 3,3% ätherisches Öl mit 70% Zingoberen als Hauptbestandteil, Zingiberol als Geruchsträger und ein scharf schmeckendes Harzgemisch mit Shogaol, Zingeron, Gingerol usw. Diese und noch eine Reihe weiterer chemischer Substanzen geben der Ingwerwurzel ihren milden, angenehm aromatischen Geruch und besonders bei stärkerer Dosierung den charakteristischen brennendscharfen, leicht süßlichen, würzigen Geschmack. In frischem Ingwer ist ein eiweißspaltendes Enzym enthalten, das bewirkt, dass Fleisch, mit Scheibchen frischen Ingwers gekocht, erheblich zarter wird.
Ingwer kann eingesetzt werden gegen Magen-, Kopf- und Zahnschmerzen, Erkältungen, als Einreibemittel gegen Rheuma sowie zur Behandlung von Wunden. Die Inder gebrauchen Ingwer fast täglich als verdauungsförderndes Mittel. Es wirkt angenehm wärmend und durch seinen Schwefelgehalt auch antiseptisch. Die heutige Medizin betrachtet Ingwer lediglich als gutes stoffwechselanregendes und kreislauf förderndes Mittel bei Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Blähungen und Koliken.
Verkauf:
Unser Bedarf an Ingwer wird ganzjährig durch Importe gedeckt. Geerntet werden die Wurzeln 9- 11 Monate nach der Pflanzung, wenn die Stängel zu welken beginnen. Sie werden ausgegraben und von Erde befreit. Das Schälen der Wurzel muss sehr vorsichtig erfolgen, denn unmittelbar unter der äußeren Korkschicht befindet sich die das ätherische Öl enthaltene Gewebeschicht. Ungeschälter, d. h. nur gewaschener und getrockneter Ingwer wird auch als „schwarzer“, „grauer“ oder „bedeckter“ Ingwer gehandelt; geschälte Ware dagegen ist „weißer“ oder „unbedeckter“ Ingwer. Die so auf die verschiedene Weise aufbereiteten Wurzeln werden nach Farbe und Größe sortiert und ganz oder in 5- 10 cm langen, bizarren Stücken in Scheiben geschnitten, geschrotet, gemahlen oder in Dosen konserviert auf den Markt gebracht. Verkauf nach Gewicht. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich Ingwerwurzeln etwa 10 Tage lang frisch, in Folienbeutel verpackt sogar 2- 3 Wochen; keine tieferen Temperaturen.
Verwendung:
Zum Gebrauch kann von der Wurzel ein Stück abgebrochen, gewaschen und, wenn noch nicht geschehen dünn geschält oder die Haut mit einem Messer abgeschabt werden. Junge, zarte und noch nicht faserige Wurzeln würfelt man fein, zerdrücket oder zerreibt sie. Ältere, zähe und bereits faserige Wurzeln sollten entweder in 2 mm starke Scheiben geschnitten, den Speisen beigegeben und eventuell mitgekocht und wieder herausgenommen werden, oder man drückt sie in kleinen Stücken durch eine Knoblauchpresse. Die faserigen Teile bleiben dann zurück. Ingwer verleiht zahlreichen Speisen und Getränken einen angenehmen Geruch und scharfen Geschmack. Suppen, grüne Bohnen, Lauch-, Möhren-, und anderes Gemüse, Soßen, Hackfleisch, Leber, Geflügel, Wild, Schalentiere, Schinken, kalte Pasteten. Schweine-, Lamm- und Hammelfleisch werden mit Ingwer gewürzt. Vor dem Braten mit Ingwer eingerieben, erhält das Fleisch einen besonders pikanten Geschmack. Ingwer dient ferner der Geschmacksverfeinerung von Obstsalaten, frischen Melonen, Kompotten, Tortenfüllungen, Süßspeisen, süßsauer eingemachten Birnen, Gurken, Kürbissen und Bohnen. Auch bei der Herstellung von Backwaren wie Honigkuchen, Spekulatius und Printen findet Ingwer Verwendung. Eis, Cremes, Schokoladenspeisen können durch Ingwer eine exotische Note erhalten. Dem Apfelgelee, der Stachelbeer- und Rhabarber - Konfitüre und Orangenmarmelade darf, vorsichtig dosiert, Ingwer beigegeben werden. Große Ingwermengen finden industriell Verwendung bei Mischgewürzen, Curry- Powder, Ketchup; Konfekt und Pralinen, Ingwerbier, Parfümerie Orientdüfte), u.v.m.
